Mittwoch, April 1, 2020
Midnight Crew mit Triple-Sieg nach teaminternen Dramen in Monza

 Minkihl dominiert mit Pasco in der zweiten Rennhälfte nach anfänglichen Horror-Szenarien 

Beim zweiten Lauf der „EGTM Weekend Series“ in Italien geschah für die „Midnight Crew“ das, was auf der anderen Seite des Planeten, besser gesagt in Japan, nicht vollständig klappte. Der perfekte „Lockout“ auf dem Starting-Grid, sprich die Platzierung der vier Fahrzeugen auf den ersten vier Positionen. Das dürfte MP_Midnightcrew (Teamchef der in allen drei Splits vertretenen Rennteams) mehr als nur gefreut haben. 

Am Start beschleunigte Minkihl am besten von seiner Position in Richtung der ersten Schikane. Jene Schikane, die auf den Namen „Rettifilo“ hört, sollte im Verlauf des Rennens noch Ort des Geschehens für das ein oder andere Überholmanöver und den ein oder anderen Unfall werden. Sämtliche Zuschauer mit passenden Tickets, die Blicke auf die Reihenfolge garantierten, waren mehr als nur bedient. 

 In der Spitzengruppe war man ausgangs der ersten Schikane, die in die „Curva Grande“ führt, auf den ersten vier Positionen in der Reihenfolge Minkihl, Pasco, Batti und MP_Midnightcrew unterwegs, sprich dem MC-Quartett. Dahinter folgte das Trio der „Monkeyboys“. Felix, Chris und Marvin füllten P5 bis P7. Was nach absoluter Machtverteilung aussah, sollte sich im Rennen auch zu großen Teilen Bewahrheiten.

 

Doch wenn es in Schikane 1 nicht kracht, dann kracht es eben in Schikane 2 – so zumindest das übliche Bild der vergangenen Motorsportjahren in Monza. Und auch 2020 war dies keine Ausnahme. Titus (Delinquente Racers) wurde Opfer des von hinten heranrutschenden Dealer (Storm Falcons and Friends / SFRT), der den Bremspunkt im Eifer des Gefechts mit zusätzlicher Unterstützung des Windschattens minimalst unterschätzte und den McLaren abräumte. Ein klassischer „High-Speed-Unfall“, wo keinem der Teilnehmer ein Vorwurf gemacht werden darf. 

 Stichwort „High-Speed-Unfall“: In Runde 3 von 35, also die noch extrem junge Anfangsphase, passiert Horror-Szenario Teil 1 für den Teamchef der „Midnight Crew.“ Auf dem Weg zur ersten Schikane waren Minkihl und Pasco in unveränderter Reihenfolge in einen Zweikampf geraten. Beide hatten zu diesem Zeitpunkt bereits einige Wagenlängen zu Batti, MP_Midnightcrew, Felix und weiteren Verfolgern Vorsprung. Pasco unterlief beim Anbremsen ein grober Fehler, der mit dem schweren Kontakt im Heck des Österreichers den Höhepunkt fand. Als ob das nicht Tragik genug wäre, spielt sich im Bruchteil einer Sekunde Akte 2 des Undenkbaren ab. Felix, der im Windschatten Batti und 

MP_Midnightcrew beobachtete, drehte sich während des Bremsvorganges ausgerechnet in die Kontrahenten und richtete massiven Blechschaden an. Ein Missgeschick, der gravierende Folgen hatte. Das die Fahrzeuge von MP_Midnightcrew und Felix noch weiterfuhren, grenzte an ein Wunder. Nutznießer war Chris (Monkeyboys Racing), der aufgrund der Reparaturstopps sämtlicher fünf Fahrer eiskalt profitierte und die Führung übernahm. 

Was folgen sollte war eine Aufholjagd, die so schnell nicht wieder kopiert wird. Nachdem genannter Chris die Führung übernahm, sammelte er parallel dazu die ersten Kilometer in Spitzenposition. Die in den Unfall verunfallten Piloten waren zwar einige Positionen zurückgeschmissen worden, doch konnten aufgrund der Boxenstopps von Donlino (Delinquente Racers), CFC (SFRT) und co. wieder im Vorderfeld mitmischen. Definitiver Profiteur wurde „Dirty Old Bastards“, die sowohl Christof, als auch Naphta in den Kampf um den Sieg einklinken konnten. 

In der Regel gilt zudem das Überholen auf dem Autodromo Nazionale di Monza als keine der großen fahrerischen Herausforderungen. Gleich viermal besteht die Möglichkeit, auf den äußerst langen Geraden den Aerodynamikvorteil gegenüber des direkten Kontrahenten nutzen zu dürfen. So schafften es im Laufe der Runde erst Minkihl, der sich gegen Chris durch die kleinste denkbare und vertretbare Lücke schob, später auch Pasco und Batti an dem MBR-Piloten vorbeizufahren. 

Die Rennsituation beruhigte sich im Zuge dessen und Routine kehrte bei den Teilnehmern ein. An der Spitze rotierte das Zepter ein weiteres Mal durch. Im Mittelfeld stach „Dirty Old Bastards“ als einziger Überraschungsfaktor im Duell MC gegen MBR hindurch. Zwar konnten sie immer wieder ein Wörtchen mitreden, für den Rennsieg fehlte ihnen schlussendlich dann doch das Tempo. Doch dies hatte nichts zu bedeuten, denn auf den Plätzen 1-9 waren ausschließlich Fahrer der genannten drei Team vertreten. SFRT und „Delinquente Racers“ waren chancenlos, konnten aber im Hinterfeld immer wieder Lebenszeichen setzen. Am Ende reichte dies aber aus, um zumindest einen MBR-Fahrer hinter auf P12 zu verdrängen.

Im italienischen Monza winkten die Verantwortlichen das Rennen nach der 35. Runde, wie vorhergesehen, ab. Minkihl war vor Pasco ins Ziel gekommen, Batti komplettierte das Podium. Die schnellste Rennrunde ging an den Österreicher.

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